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| > | Freilassing: "Gott ist gut und liebt den Menschen" | 02.12.2009 | |||||||||||||||||||||||||||
Freilassing (ep). Rund 90 Interessierte folgten der Einladung Michael Stadlers in den Rathaussaal Freilassing zur Rezension des Weltbestsellers "Die Hütte". Da der ehemalige Kulturpreisträger der Stadt Freilassing mit abgeschlossenem Studium der Theologie und der Philosophie, Publizist bibelwissenschaftlicher Artikel und Redner auf internationalen Tagungen und Symposien keine leichte Kost servierte, verlangte der Abend von den Zuhörern einen langen Atem. Den brauchte auch Stadler, der die Veranstaltung mit seiner Trompete überdies musikalisch umrahmte. | |||||||||||||||||||||||||||||
Nach einer Darbietung der melodiösen Eigenkomposition "Bis ans Ende der Welt" für Trompete, Klavier und Cello, die der Trompeter mit 16 Jahren geschrieben hat, referierte Stadler über die Grundthemen des Buches: Den fundamentalen Glauben daran, dass Gott gut ist und die Menschen liebt. Das Besondere an der "Hütte" ist ihre Entstehungsgeschichte: der kanadische Autor William Paul Young, der als Nachtportier in Hotels gearbeitet hatte, wollte seinen Roman, in dem er berührend und einfühlsam schicksalhafte Aspekte seines eigenen Lebens verarbeitet, eigentlich nur seinen sechs Kindern als Weihnachtsgeschenk widmen. Freunde drängten ihn vor zwei Jahren zur Publikation im Selbstverlag, nachdem 28 Verlage das Manuskript als zu ungewöhnlich abgelehnt hatten. Seither bricht sich weltweit ein literarisches Phänomen Bahn: In den USA ist "Die Hütte" durch Mundpropaganda mit über acht Millionen Exemplaren seit 55 Wochen Nummer eins der New-York-Times-Bestsellerliste, in Brasilien wurde das in 34 Sprachen übersetzte Buch über eine Million mal verkauft. In Österreich führt es seit Monaten die Bestsellerliste an, auch in Deutschland liegt es ganz vorne. Dabei hat das Buch auch sehr kontroverse Diskussionen ausgelöst. Stadler wies in einer Analyse des künstlerischen und literarischen Stils die meiste Kritik als unzutreffend zurück. Vielmehr beinhalte "Die Hütte" spirituelle Gleichnisse, an die nicht exakte Maßstäbe einer systematischen Theologie angelegt werden könnten. Der Theologe Stadler würdigte die Sicht über Sünde: Diese spiegle weniger ein moralisches als vielmehr ein fundamentales Beziehungsproblem wider. Diese Sichtweise decke sich mit jener der heiligen Schrift. So gehe es bei der Frage, wer in den Himmel kommt, entgegen einer weit verbreiteten Meinung nicht um Moral, um richtig oder falsch, sondern um die gelebte Liebesbeziehung zu Gott, um praktisches Vertrauen zu Jesus Christus. Diese Sichtweise werde in der "Hütte" meisterhaft entfaltet. Leidenschaftlich referierte Stadler über Gottes bedingungslose Vergebung gegenüber allen Menschen. Dieses mache auch das Vergeben der Menschen untereinander möglich. Das Beispiel des KZ-Häftlings Eli Wiesel rührte das Publikum so, dass man im Saal eine Stecknadel fallen hätte hören können. In einer kurzen Plenumsdiskussion griffen einige das Thema Leid auf. Nach einer Pause spielte der ehemalige Kulturförderpreisträger mit dem Ehepaar Alenka (Klavier) und Michael Lindner (Cello) Stölzels Sonate in D-Dur. Stölzel. Gefühlvolle langsame Sätze wechselten sich mit schnellen ab. Im Anschluss philosophierte Stadler über die Schaffung des Universums durch den einen Gott und die Liebe eines dreieinigen Gottes, wobei die vielen häufig zu abstrakt scheinende Trinität höchst praktisch und verständlich wurde. Anhand wissenschaftlicher Aspekte wie dem "Schmetterlingseffekt" beleuchtete er das hochkomplexe Zusammenspiel unzählbarer multidimensionaler Parameter und zeigte so, dass die Frage nach dem "Warum hat Gott nicht eingegriffen?" nicht immer einfach zu beantworten ist. Dagegen präsentierte der Referent eine faszinierende Darstellung der göttlichen Dynamik einer "sich selbst verschenkenden Liebe", die sich als roter Faden sowohl durch die "Hütte" als auch durch das Neue Testament zieht. In einem rhetorisch und inhaltlich dramatischen Finale kam Michael Stadler auf den in der "Hütte" dargestellten kosmischen Plan Gottes zu sprechen und verdichtete mit klaren gedanklichen Linien das alle Zeitalter, wie auch das ganze Universum umspannende Pa-norama von Lebenssinn und Weltvollendung. "Gewiss wäre es von Vorteil gewesen, den zweiten Teil - wie ursprünglich geplant, auf Grund von Terminschwierigkeiten aber nicht umgesetzt - an einem zusätzlichen Abend zu behandeln", so Stadler. Für alle, die den mehrstündigen Abend verpassten oder nicht den langen Atem hatten, den Höhepunkt noch konzentriert aufzunehmen, stellt der Referent den Vortrag unter www.glaubederLiebe.de ins Internet. | |||||||||||||||||||||||||||||
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